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Konzept für die Gewichtung unterschiedlicher Ziele und Kriterien in der Lichtsignalsteuerung

 

Laufzeit: November 2016 – April 2017

Fördergeber: Wissenschaftsstadt Darmstadt, Stadtplanungsamt

Forschungspartner: keine

Beschreibung

Lichtsignalanlagen (LSA) im Straßenverkehr stellen ein sehr wichtiges Instrument zur Gestaltung des Stadtverkehrs dar. An LSA begegnen sich zahlreiche unterschiedliche Verkehrsteilnehmergruppen, z. B. Fußgänger, Radfahrer, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sowie der motorisierte Individualverkehr (MIV). Die Steuerung der LSA hat dabei einen wesentlichen Einfluss auf die Erreichbarkeit und die Qualität des Verkehrsablaufs für die verschiedenen Verkehrsteilnehmergruppen sowie auf die Verkehrssicherheit, die Umweltqualität sowie auf die Wirtschaftlichkeit des Verkehrs (Boltze 2015; Magistrat der Stadt Darmstadt 2015). Die indirekten Wirkungen der Lichtsignalsteuerung über eine mittel- bis langfristig veränderte Verkehrsmittelwahl sind ebenfalls von Bedeutung. Eine gezielte Verschlechterung des Verkehrsablaufs für den MIV ist wegen der dabei entstehenden negativen Umwelt- und Gesundheitswirkungen jedoch kein geeignetes Mittel zur Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl. Hierfür sollen vielmehr Maßnahmen ohne negative Umweltwirkungen gewählt werden, z.B. Instrumente des Mobilitätsmanagements oder ordnungsrechtliche und finanzielle Instrumente des Parkraummanagements (Boltze 2015; Magistrat der Stadt Darmstadt 2015).

Konträre Anforderung und Zielkonflikte sind bei der Gestaltung der Lichtsignalsteuerung in vielen Fällen nicht vermeidbar. Die Stadt Darmstadt strebt eine möglichst umfassende Berücksichtigung der verschiedenen Wirkungen auf die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmergruppen bei der Gestaltung der Lichtsignalsteuerung an, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei der Abwägung zu schaffen. (vgl. Boltze 2015; Magistrat der Stadt Darmstadt 2015)

Aus diesem Grund ist es das Ziel dieser Untersuchung, ein Bewertungskonzept zu entwickeln, welches unterschiedliche Ziele und Kriterien sowie die definierten Verkehrsteilnehmergruppen mit einbezieht und gewichtet. Dabei werden gezielt die tatsächlichen Wirkungen und die verkehrspolitischen Präferenzen getrennt voneinander betrachtet und die Folgen unterschiedlicher Gewichtungen anhand mehrerer Fallbeispiele in anschaulichen Szenarien dargestellt.